Magento goes Adobe

Adobe übernimmt Magento

Das ist doch mal eine Meldung zum Ende des Pfingstfestes - nicht der Heilige Geist wird empfangen, so wie in der christlichen Liturgie vorgesehen, sondern das weltweit führende Open-Source-Online-Shopsystem Magento im Kreise der Adobe Produkte. Weltgeschichtlich ist diese Meldung mit Sicherheit weniger wichtig, für Magento-Shop-Nutzer stellen sich aber trotzdem wichtige Fragen.

Übernahme für eineinhalb Milliarden US-Dollar

Zuerst einmal zur Meldung an sich. Das US-amerikanische Softwareunternehmen Adobe, vielen Medienschaffenden bekannt durch seine Anwendungen Acrobat Reader, Photoshop oder den Illustrator, schnappt sich die weltweite Nummer eins der Open-Source-E-Commerce-Systeme. Die Einkaufssumme ist gigantisch. 1,68 Milliarden US-Dollar investieren die Amerikaner - aber nur "Peanuts", rechnet Adobe mit einem Potential von 13 Milliarden US-Dollar in den kommenden Jahren. Verkäufer Permira Funds und Hillhouse Capital, die Magento für "billige" 450 Millionen US-Dollar aus dem Ebay Imperium herausgekauft und weiterentwickelt hatten, machen also einen satten Gewinn.

Gründe für den Magento Kauf

Mit der drittgrößte Akquisition der Firmengeschichte will der Software-Konzern Adobe konkurrenzfähig bleiben und zukunftsfähig werden. Magento verknüpft die Möglichkeiten der schon vorhandenen Adobe-Anwendungsfamilie (Adobes-Experience-Cloud) zu einer Multichannel-Marketing-&-Sales-Maschine. Die potentielle B2B-B2C-Plattform soll  sowohl E-Commerce als auch Logistik-Management und künstliche Intelligenz in einer einheitlichen Lösung zusammenführen - ein Hit für fast alle Branchen! Ein weiterer Grund dürfte die aktive Community von Magento sein. Mit mehr als 800 Technologiepartnern, 250 Systemintegratoren und über 10.000 innovativen Entwicklern verbessern sich das "Ökosystem" und damit die Entwicklungspotentiale von Adobe um ein Vielfaches. Ein mehr oder weniger offener Angriff auf Salesforce (seit zwei Jahren Inhabeer des Shopsystems Demandware).

Was ändert sich für den Magento-Shop-Betreiber?

Erstmal die gute Nachricht: Es ist wieder bei Twix - es ändert sich nur der Inhaber, sonst ändert sich nix! Für die Zukunft dürfte auch die Entwicklungsarbeit einigermaßen sicher sein. Mit Magento 2 hatte das Shopsystem vor einigen Jahren den entscheidenden Modernisierungsschritt vollzogen. Die Anzahl der funktionierenden Erweiterungen und Module steigt stetig und die branchenindividuellen Anwendungen fallen quasi wie reife Pflaumen vom Himmel.
Ob sich aber in Zukunft auch die kostenfreie, frei weiterentwickelbare Community Edition in der derzeitigen Form erhalten lässt, steht aber noch in den Sternen. Die Pläne von Adobe hierzu sind noch geheim, oder vielleicht auch noch nicht vorhanden. Wenn die Übernahme im dritten Quartal diesen Jahres abgeschlossen sein wird, gibt es möglicherweise auch dazu schon mehr zu berichten - we stay tuned!

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